Varanus giganteus ist der größte Waran Australiens.
     
  Er gehört taxonomisch zur Untergattung Varanus.  
 
Die Grundfärbung der adulten Tiere ist braun. Der Rücken und die Seiten sind mit einer Reihe großer cremefarbener bis gelblicher Flecken bedeckt, die in Querreihen über den Rücken und den Schwanz angeordnet sind. Jeder helle Fleck ist von einem dunkelbraunen oder schwarzen Rand umsäumt, die schwarzen Umrandungen auf dem Nacken fließen an den Seiten ineinander und bilden dort ein Netzmuster, das sich auch über den Kopf und den Hals erstreckt. An der Kehle ist dieses Muster besonders deutlich und kontrastreich ausgeprägt.
   
© Dr. Eric Pianka
 
   
 
© Kaufmann Productions P/L
 
 

Die Gliedmassen sind dunkelbraun und mit cremefarbenen oder gelben Tupfen besetzt, die Bauchseite der Tiere ist weißlich. Bei Jungtieren ist die Rückenzeichnung sehr intensiv gefärbt und wird mit zunehmendem Alter kontrastärmer. Ein Temporalstreifen ist nicht vorhanden. Die Kopfschuppen sind klein, glatt und unregelmäßig. Die Nasenlöcher stehen seitlich, etwa zweimal so weit vom Auge entfernt als zur Schnauzenspitze. 240-290 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Der Schwanz ist, ausser an der Basis, stark seitlich abgeflacht und auf der hinteren Hälfte deutlich sichtbar doppelt gekielt. Die Länge des Schwanzes beträgt etwa das 1,3fache der Kopf-Rumpflänge. Die Schwanzschuppen sind nicht gekielt. Da die Schuppen der Schwanzunterseite größer sind als die der Oberseite, sind sie in unregelmäßigen Ringen angeordnet.

Die Durchschnittsgesamtlänge (GL) des Perentie beträgt 160 cm , aber es wurden auch schon Tiere mit mehr als 200 cm Gesamtlänge gefunden. Besonders große Exemplare sind auf der Insel Burrow, an der Westküste zu finden. Dort gibt es Exemplare mit einem Körpergewicht von bis zu 17kg. Die Population auf Barrow Island wird auf 400 Tiere geschätzt. Die Insel ist 30km lang und 12km breit und liegt 50km vor der Nordwestküste Australiens. Die Insel ist im Besitz der Ölindustrie Westaustraliens (WAPET). Adulte Tiere auf dem Festland können ein durchschnittliches Gewicht von 10kg erreichen.

 
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Da die Größe dieser Warane meist den Rahmen der privaten Haltungsmöglichkeiten sprengt, lässt sich die Pflege und Zucht dieser Tiere nur in einem Zoo oder Reptilienpark realisieren. Die Art legt in der Natur sehr weite Wege von bis zu 2km täglich zum Beuteerwerb zurück. Sie benötigen also ein sehr großes Terrarium für Bodenbewohner. Als Bodengrund verwendet man Sand. Als Verstecke bietet man Steinbrocken, die aber gut miteinander verbunden sein müssen, um zu verhindern, dass die Warane bei ihren Grabaktivitäten erdrückt werden könnten. Die Tiere wurden in Australien schon mehrfach in Gefangenschaft nachgezüchtet. Dort werden die Tiere in großen Freilandterrarien gepflegt. Sie sind somit dem natürlichen, klimatischen Jahreszeitenrhythmus ausgesetzt und können so ihre natürlichen Verhaltensweisen besser synchronisieren. Unter diesen Umständen ist eine erfolgreiche Nachzucht gar nicht so problematisch. Im Terrarium ist bisher noch keine Nachzucht dieses Warans bekannt geworden.

 
 

Die Fortpflanzungsperioden in Australien von Varanus giganteus sind im Frühling September-Oktober, und im Sommer November-Januar.
Bei den veröffentlichten Berichten über Nachzuchten von V. giganteus in Australien von BREDL (1987) und BREDL& HORN (1987) wurden die Eier bei Temperaturen zwischen 30 und 32°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 85% gezeitigt. Nach einer Inkubationszeit von 228-235 Tagen schlüpften die Jungtiere. Sie sind außergewöhnlich intensiv gezeichnet, haben eine Gesamtlänge von durchschnittlich 37,5 cm und ein Gewicht von ca. 40 g. Die Gelegegröße beträgt zwischen 10-15 Eier. Die Jungtiere können anfangs problemlos zusammen aufgezogen werden, sollten jedoch ab einer bestimmten Größe und Alter getrennt werden. Die Jungtiere nehmen in den ersten Monaten sehr schnell an Größe und Gewicht zu. Eine Lebenserwartung von 20-30 Jahren sind bei diesen Waranen keine Seltenheit.

Perenties können sich wie andere australische Warane auf Ihre Hinterbeine stellen um ihre Umgebung nach Nahrung, Gefahr oder Artgenossen zu sondieren.

 
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  Im Jahre 2005 hat man in einem Institut in Melborne herausgefunden, dass der Perentie wohl giftig sei. Der Speichel allein sei nicht nur septisch, sondern enthalte auch Gift.  
     
  Verbreitung  
     
    Die Verbreitung von Varanus giganteus erstreckt sich von der Westküste zwischen Carnarvon und Port Headland durch das Zentrum bis nach Mt. Isa im Osten. Im Norden reicht seine Verbreitung von Tennant Creek bis nach Coober Pedy im Süden. Einige Tiere leben auf den vorgelagerten Inseln der Westküste Australiens. Der Perentie ist ein ausgezeichneter Kletterer in felsigem Gelände, man trifft ihn aber auch in Dünen der Küsten an. Seine eigentliche Heimat aber sind die Rocky Outcrops oder Gorges, in mittelgroßen bis großen Anhäufungen von Felsbrocken, wo er sich in deren Zwischenräumen Verstecke sucht oder selber Höhlen graben kann (MERTENS 1942, 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, STORR 1980, STORR et al. 1983b, WILSON & KNOWLES 1988, HOSER 1989, COGGER 1992, EHMANN 1992). Das Futter besteht hauptsächlich aus grösseren Wirbeltieren, wie Kaninchen oder anderen Reptilien. Giftige Schlangen wie die Mugaschlange verschmäht der Perentie nicht. Gelegentlich stehen auch große Insekten umd Aas auf dem Speiseplan von V. giganteus (LOSOS & GREENE 1988).  
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  An dieser Stelle möchte ich auf die Arbeit von Herrn Dr. Eric Pianka hinweisen. Unter anderem hat er in Australien 2009 eine spektakuläre Feldforschung über den Perentie mit Hilfe von Kameras betrieben, die er auf Rücken und Kopf der Tiere befestigte. Atemberaubende Bilder aus der Sicht der Warane sind so entstanden. Diese Videoaufnahmen gibt es bei NOVA Video mit dem Titel Lizard Kings zu bestaunen.
 
         
         
 
 
   
 
         
     
 

 

 
     
 
Dieses Diagramm soll als Beispiel der Gewichtsentwicklung von sechs Jungtieren aus einem Gelege innerhalb des ersten Lebensmonat dienen.
   
   
 
 
 
     
 
 

 

 
  Diese Gelege sind von 3 verschiedenen Weibchen  
 
 
Gelege Nr. 1: 13 Eier
Gesamtmasse 1248 g - Durchschnittsgewicht pro Ei 96 g
 
Gelege Nr. 2: 8 Eier
Gesamtmasse 720 g - Durchschnittsgewicht pro Ei 90 g
 
Gelege Nr. 1: 10 Eier
Gesamtmasse 820 g - Durchschnittsgewicht pro Ei 82 g